AKW nahe der Deutschen Grenze Die   folgende   Karte   zeigt   die   Länder   der   EU.   Mitgliedsstaaten   ohne   aktive AKW   sind   in   blau   dargestellt.   EU-Länder   mit   aktiven   Reaktoren   in   gelb.   Die grau   dargestellten   Länder   sind   nicht   Mitglied   der   EU,   haben   aber   auch   keine Reaktoren    (in    betrieb).    Die    Schweiz    als    nicht    EU-Land    ist    gelb-rot dargestellt.     Auch     wenn     Ende     2022     der     letzte     zur     kommerziellen Stromerzeugung    eingesetzte    Kernreaktor    Deutschlands    stillgelegt    wird, bleiben   viele   der   nahe   der   deutschen   Grenze   stehenden   AKW   in   Europa   in Betrieb.   Einige   von   ihnen   sind   auf   der   Karte   gezeigt.   Beim   Herüberfahren mit    der    Maus    werden    Name,    das    Datum    der    Inbetriebnahme    und    der voraussichtlichen   Abschaltung,   sowie   die   Entfernung   von   Syke   (Luftlinie) angezeigt.
Europäische Union (EU) Die    Staaten    der    EU    betreiben    (Stand    Dez.    2018)    126    der    weltweit    454 aktiven   Kernreaktoren.   In   Deutschland   sind   es   z.Z.   noch   7.   In   Frankreich sind   58   Reaktoren   am   Netz.   Großbritannien   betreibt   15   Reaktoren   und   hat mit   30   stillgelegten   Anlagen   neben   Deutschland   mit   29   stillgelegten   Anlagen die   meisten   außerbetrieb   genommenen Atommeiler   der   EU.   Zur   Zeit   werden 2   Kernreaktoren,   jeweils   einer   in   Frankreich   und   einer   in   Finnland,   des   Typs EPR    neu   gebaut.   Das   umstrittenste   Projekt   sind   die   2   geplanten   Reaktoren vom   Typ   EPR   am   englischen   Standort   Hinkley   Point .   Die   mit   mindesten   19 Milliarden        Euro        veranschlagten        Baukosten        haben        zu        einer Subventionsforderung   von   mehr   als   10   ct/kWh   geführt.   Der   britische   Staat übernimmt   dazu   noch   die   Kosten   für   den   Rückbau   und   die   Entsorgung   des Atommülls   -   unglaublich.   Das   wird,   wenn   jemals   realisiert   der   teuerste   jemals produzierte   Strom   der   Welt,   wenn   man   mal   vom AKW   Mühlheim-Kärlich,   das nach einem Jahr Betrieb wieder abgerissen werden musste, absieht
Der   Kapitalismus   westlicher   und   östlicher   Couleur   ist eine   gelebte   Ideologie   die   sich   in   den   Köpfen   vieler Menschen    als    die    einzig    wahre    Art    zu    wirtschaften festgesetzt   hat.   Wäre   es   im   letzten   Jahrhundert   nach den    „vermeintlich    gültigen”    Regeln    der    Kapitalisten gegangen,    gäbe    es    heute    keine    Atombomben    und Atomkraftwerke.   Kein   Investor   hätte   bei   den   immensen Investitionskosten     und     den     geringen     Erfolgs-     und Gewinnaussichten     in     den     40er     Jahren     in     das Manhattan      Project      investiert.      Und      sogar      die Energiewirtschaft    in    Deutschland    wollte    in    den    50er Jahren    keine   Atomkraftwerke    bauen    –    zu    teuer    und nicht     rentabel.     Erst     der     Imperialismus,     auch     die demokratisch    gewählten    Regierungen    der    westlichen Welt    erliegen    immer    wieder    den    Versuchungen    der Macht,   hat   zu   massiver   staatlicher   Förderungen   des Baus   von   Atombomben   und   Atomkraftwerken   geführt. Privatunternehmen    bauen    keine    Atomkraftwerke,    sie werden   nur   von   ihnen   betrieben,   weil   sich   wegen   der staatlichen      Förderungen      und      Garantien      so      gut Gewinne   erzielen   lassen.   Ohne   die   Förderungen   wären schon längst alle AKW stillgelegt.
Auch    wenn    der    letzte    Atommeiler    im    Jahr    2022    in Deutschland     stillgelegt     werden     soll     bleiben     die Gefahren,    die    von    der    Nutzung    der    Atomenergie ausgehen,   für   uns   bestehen.   Viele   der   AKW   in   Europa sollen   noch   lange   weiter   betrieben   werden.   Einige   der ältesten   von   ihnen   stehen   nahe   der   Deutschen   Grenze, z.B.   in   Doel,   Fessenheim   und   Trebelin.   Die   Produktion von        Brennelementen        in        Lingen        und        die Urananreicherung     in     Gronau     werden     weitergehen. Uranhexafluorid    wird    weiterhin    in    deutschen    Häfen anlanden    und    auf    der    Schiene    durch    Deutschland transportiert.   Die AKW   müssen   abgebaut   werden,   viele, viele    Tonnen    radioaktiven    Materials    müssen    sicher gelagert   werden   und   die   Suche   nach   einem   sicheren Endlager   hat   noch   nicht   einmal   richtig   begonnen.      Es ist   auch   nicht   gewährleistet,   dass   es   überhaupt   ein   für viele   hunderttausend   Jahre   sicheres   Endlager   jemals geben   kann.   Die   suche   nach   einem   sicheren   Ort   auf der Welt war bis heute erfolglos.
Um   uns   stets   an   die   verbleibende   Gefahr,   die   von   der Atomindustrie    ausgeht,    zu    erinnern,    haben    wir    auf dem   Gebiet   der   Gemeinden   Syke   und   Bassum   einige Wegweiser    zu    den    Standorten    der    Atomindustrie      aufgestellt.   Die   Leute   vom   Westflügel   fanden   unsere Idee    so    gut,    dass    sie    in    ihrer    Holzwerkstatt    einen eigenen     gefertigt     haben     und     diesen     nahe     dem Westflügel aufgestellt haben. Wir    werden    nicht    müde    werden    und    mit    gezielten Aktionen    stets    wieder    an    die    Katastrophen    von Tschernobyl   und   Fukushima   zu   erinnern.   Politik   und Wirtschaft   würden   diese   Ereignisse,   die   nie   hätten passieren   dürfen,   nur   zu   gern   vergessen.   Aber   das atomare   Erbe   wird   uns   noch   lang   verfolgen   und   viele Steuergelder verschlingen.
Quelle: Wikimedia
Foto © E. Paul